Zell-basierte Bestimmung aktivierender Mutationen aus Flüssigbiopsien als Alternative zur zellfreien Tumor-DNA für die Indikation von Rezeptorantagonisten beim Mammakarzinom
Projekt
Nach den aktuellen Inzidenzraten erkrankt etwa jede achte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Damit ist das Mammakarzinom die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Bei frühzeitiger Diagnose und richtiger Therapie wird jedoch eine relative 10-Jahres-Überlebensrate von 82 Prozent verzeichnet. Dabei ist bei Brustkrebs die Metastasierung im Körper für 90 Prozent der krebsassoziierten Sterblichkeit verantwortlich. Die Metastasierung beschreibt den komplexen Prozess, bei dem zirkulierende Tumorzellen vom Primärtumor in das umliegende Gewebe und anschließend in entfernte Organe über das periphere Blut- und Lymphsystem disseminieren. Die Analyse dieser zirkulierenden Tumorzellen hat für die Therapie in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen.
Das Ziel des geförderten Projektes ist die Entwicklung einer innovativen Methode zur Zell-basierten Bestimmung aktivierender Mutationen aus Flüssigbiopsien, die als Alternative zur zellfreien Tumor-DNA dienen kann, insbesondere zur Bestimmung von ESR1-Mutationen bei Patientinnen mit hormonrezeptorpositivem metastasiertem Brustkrebs.
Zur Erreichung dieses Ziels planen die Betreiber des Projektes, einen Laborarbeitslauf zu entwickeln, der die Erkennung, Isolierung und molekulare Analyse einzelner Tumorzellen ermöglicht.
Die zellbasierte Analyse kann zu einer genaueren Identifikation von therapie-relevanten Mutationen führen und stellt damit einen wichtigen Fortschritt in der personalisierten Krebstherapie dar, der nicht nur die Behandlungsergebnisse verbessern könnte, sondern auch neue Möglichkeiten für die Therapieoptimierung und die Überwachung von Resistenzmechanismen eröffnet.
Leistungsempfänger
Fraunhofer-Institut für Mikrotechnik und Mikrosysteme IMM, Gruppe Infektions- und Krebsdiagnostik, Mainz, Wissenschaftliche Leitung: Dr. Janis Stiefel
Beginn des Projekts
2025