Automatisierte Isolation und Charakterisierung von Tumorzellen aus Vollblut für Diagnostika des Mammakarzinoms
Projekt
Auf der Basis der aktuellen Inzidenzraten erkrankt etwa eine von acht Frauen im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Fast drei von zehn betroffenen Frauen sind bei der Diagnosestellung jünger als 55 Jahre alt! Bei frühzeitiger Diagnose und richtiger Therapie kann bei 82 % dieser Patientinnen eine relative 10-Jahres-Überlebensrate gewährleistet werden. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass sich der Brustkrebs vornehmlich durch eine Metastasierung zur lebensbedrohlichen Erkrankung entwickelt. Dieser komplexe Metastasierungsprozess bedeutet die Dissemination von sogenannten zirkulierenden Tumorzellen (CTC) vom Primärtumor in umliegende Gewebe und später in entfernte Organe durch das periphere Blut- und Lymphsystem. Die Aufgabenstellung geht dahin, diese zirkulierenden Brustkrebszellen aus Spenderblut zu isolieren und anschließend molekular zu charakterisieren hinsichtlich tumorrelevanter Hormonrezeptoren. Der dazu am Fraunhofer-Institut entwickelte, pilotierte Automatisierungsprozess des CTC-elect-Geräts - ein mikrofluidisches Durchflusszytometer mit integriertem Einzelzelldispenser – soll in diesem Projekt evaluiert werden. Damit wird ein wertvoller Grundstein zur klinischen Anwendung des CTCelect-Prozesses für Diagnostik und Therapiemaßnahmen des Mammakarzinoms gelegt. Der Erfolg einer Krebstherapie kann somit künftig kontinuierlich und individuell auf jeden Patienten abgestimmt überwacht werden.
Leistungsempfänger
Fraunhofer-Institut für Mikrotechnik und Mikrosysteme (IMM) Mainz, Wissenschaftliche Leitung: M.Sc. Janis Stiefel, Dr. Christian Freese
Das Projekt läuft in Kooperation mit der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Molekulare und Zelluläre Onkologie, AG Prof. Dr. Strauber
Beginn des Projekts
2020