Preisträgerin 2023

Im Jahr 2023 wurde
Frau Prof. Cathrin Brisken MD, PhD
vom EPFL, School of Life Sciences, ISREC, Lausanne,
der Claudia von Schilling Preis für die von ihr geleitete Arbeit zum Oestrogenrezeptor positiven (ER+) Brustkrebs zuerkannt.
Die Arbeit wurde 2022 veröffentlicht und ist überschrieben mit
Estrogen receptor positive breast cancers have patient specific hormone sensitivities and rely on progesterone receptor.
Mehr als 70% aller Brustkrebserkrankungen sind sogenannte ER+ Tumoren. Die Erforschung dieser hormonsensitiven Mammakarzinome war lange dadurch erschwert, dass die präklinischen Modelle nur unzureichend die komplexe Biologie der klinischen Tumore reflektieren. Denn es gibt nur eine sehr begrenzte Zahl von ER+ Zelllinien, die in der Zellkultur wachsen. Kaum eine Handvoll von diesen können als Xenotransplantate in Mäusen untersucht werden. Damit sie dort anwachsen müssen die Mäuse mit supraphysiologischen Östrogendosen stimuliert werden. Es gibt zwar viele genetisch manipulierte Mausmodelle, die Mammakarzinome entwickeln und zur präklinischen Forschung eingesetzt werden, doch anders als bei der Frau sind diese ER-. Das Labor von Frau Prof. Brisken hat einen Weg aufgezeigt, dieser Problematik zu begegnen und in ihrer Arbeit dargestellt, dass ER+ Brustkrebszellen in Mäusen gut wachsen, wenn sie in die Milchgänge injiziert werden. Dies hat es ermöglicht ER+ Tumorzellen von Patientinnen in vivo unter physiologischen Bedingungen zu untersuchen. Die xeno-implantierten Zellen rekapitulieren die menschliche Tumorentwicklung einschließlich Metastasierung zu klinisch relevanten Organen und bewahren Charakteristiken der Patiententumoren.
Die Preisträgerin hat somit in ihrer Arbeit Möglichkeiten aufgezeigt, neue präventive und therapeutische Strategien beim (ER+) Brustkrebs zu entwickeln.
Die Verleihung des Preises erfolgte virtuell im Wege digitaler Vermittlung auf dem Hannoverschen Wintersymposium „Neues aus San Antonia“ am 17.01.2024.