Preisträger 2023

Zum Preisträger des Jahres 2023 wurde bestimmt
Dr. rer. nat. Johannes Karges
Liebig Fellow Group Leader, Faculty of Chemistry and Biochemistry, Ruhr University Bochum.
Der Preis wurde vergeben für seine Arbeit
Photo-Reduction with NIR Light of Nucleus-Targeting Pt(IV) Nanoparticles for Combined Tumor-Targeted Chemotherapy and Photodynamic Immunotherapy.
Die Pt(II)-Komplexe Cisplatin und seine Derivate dominieren das Feld der Chemotherapeutika gegen Krebs. Diese Verbindungen werden häufig verwendet in der Behandlung von Brustkrebstumoren. Trotz ihres klinischen Erfolgs sind diese Verbindungen mit schweren Nebenwirkungen (z. B. Nerven- und Nierenschäden, Übelkeit, Erbrechen, Unterdrückung des Knochenmarks) und Tumorresistenzen verbunden. Um diese Nachteile zu überwinden, werden zunehmend Pt(IV)-Komplexe und Nanopartikel als Prodrugs erforscht. Dabei wurde festgestellt, dass die Brustkrebszellen durch einen immunogenen Zelltod vernichtet werden, was die Bildung von dendritischen Zellen ermöglicht, die metastatische Tumore bekämpfen und Personen vor einem Wiederauftreten von Tumoren schützen könnte, der Hauptursache von Brustkrebs-assoziierten Toden.
Dieses sehr innovative Projekt dient der Entwicklung eines Wirkstoff-Transport-Systems mittels Nanopartikeln, um den selektiven Transport der Pt-basierten Verbindungen zum Tumorgewebe und in den Zellkern zu ermöglichen; damit kann die therapeutische Effizienz der Behandlung deutlich verbessert werden.
Die Verleihung des Preises erfolgte virtuell im Wege digitaler Vermittlung auf dem Hannoverschen Wintersymposium „Neues aus San Antonio“ am 17.01.2024.
Anmerkung
Für seine Forschung in der Krebsmedizin erhält der Bochumer Chemiker den Life Sciences Bridge Award - einen der höchstdotierten Nachwuchspreise Deutschlands.
Dr. Johannes Karges, Nachwuchsgruppenleiter an der Fakultät für Chemie und Biochemie der Ruhr-Universität, hat am 22. September 2023 den Life Sciences Bridge Award der Aventis Foundation erhalten. Er wird jährlich an bis zu drei Personen vergeben, die an deutschen Universitäten forschen. Sie erhalten jeweils 100.000 Euro.
Prämiert wird die Forschung von Karges in der Chemie, die hohe Relevanz für Krebsmedizin und Therapie besitzt. Metallkomplexe wie beispielsweise Cisplatin haben in der Chemotherapie von Tumoren Tradition. Sie vergiften aber auch gesunde Zellen und erzeugen dadurch starke Nebenwirkungen. Verglichen mit modernen Krebstherapien erscheinen sie veraltet. Johannes Karges entkräftet diesen Eindruck. Er zeigt unter anderem, wie sich eine Vorstufe von Cisplatin zielgenau nur im Tumorgewebe anreichern und dort anschließend mit Ultraschallwellen aktivieren lässt. Präklinisch hat dieses Verfahren die avisierten Tumore vernichtet. Aktuell forscht Karges zusammen mit einem internationalen Team an einem neuartigen Wirkstoff. Dieser macht nicht nur einen Tumor unschädlich, sondern trainiert das Immunsystem darauf, Metastasen zu finden und zu eliminieren.
„Johannes Karges hat der Krebstherapie neue Perspektiven eröffnet. Sein Ansatz, dafür transdisziplinär die Grenzen von Chemie, Physik und Medizin zu überschreiten, ist vorbildlich“, lobt Prof. Dr. Werner Müller-Esterl, Vorsitzender der Jury des Life Sciences Bridge Award.